Ortsverband Amberg (U01)
„Black Friday“ in der Oberpfalz – wir waren dabei!
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070320
…gleich vorneweg – der Landkreis Amberg-Sulzbach hat die Unwetterkatastrophe der letzten Tage gut überstanden und wir Funkamateure haben dazu beigetragen! Dazu ein besonderer Dank an Marco-DO8GM, der uns bei den zuständigen Stellen überhaupt erst mal ins Gespräch brachte! Er und Michael-DO1RJ waren als Offizielle dabei und auch Norbert-DC6RN war als Notfunkbeauftragter U01 bei der Planung unseres Amateurfunknetzes aktiv. Insgesamt waren wir 17 Funkamateure, die spontan an den exponierten Relais-Standorten, in den jeweiligen Feuerwehrhäusern und in der Leitstelle zur Verfügung standen. Bei Bedarf wären weitere OM’s zur Verfügung im Hintergrund gewesen! OVV Manfred-DL5RCJ fuhr unsere Einsatzpunkte an. Die „Führungsgruppe Katastrophenschutz“ der Regierung der Oberpfalz und der Katastrophenschutzstab des Landkreises Amberg-Sulzbach probten diesen Ernstfall und wollten damit das Zusammenwirken von Feuerwehren, THW, Bundeswehr, LKA, Notärzten, Polizei, Kripo, Rotes Kreuz u. a. optimieren. Das Ganze war glücklicherweise nur eine Übung! Die meisten von uns waren das erste Mal in so etwas eingebunden und wir sind tief beeindruckt, wie professionell das abläuft. Auch eine perfekte Verpflegung war übrigens gewährleistet (…). Zunächst kam die Anfrage an uns über die Landkreisführung. „Sind Sie in der Lage, ihr Funk-KnowHow einzubringen?“ Man konnte… 17 OM’s waren spontan bereit, sich bei der Katastrophenschutzübung an diesem 24. Januar einzubringen. Autonummern waren registriert worden und jeder trug einen Ausweis, um Unbefugte fern zu halten, die den Ablauf eventuell stören könnten. Schließlich das Szenario: Heftige Unwetter mit Starkregen und Orkanböen sorgen für einen großflächigen Stromausfall mit allen daraus resultierenden Schadensvorkommnissen: Besonders betroffen sind Vils- und Lauterachtal im Landkreises Amberg-Sulzbach. Es schüttet Regengüsse herunter, Bäche werden zu reißenden Flüssen, Überschwemmungen drohen. Straßen und Brückenunterführungen werden überflutet, weil die gewaltigen Wassermengen Rückstaus im Kanalsystem verursachen. Orkanböen lassen Bäume knicken, umfallende Strommasten und gerissene Leitungen verursachen Stromausfälle, Umspannwerke sind ebenso betroffen, ein kompletter Stromausfall steht damit bevor – also der besagte Super-Gau, denn dadurch können die Funkverbindungen der Einsatzkräfte gefährdet sein… Die Anfrage kam an die Funkamateure, denn bekanntlich sind gerade sie in der Lage, ihre Geräte netzunabhängig und schnell „outdoor“ zu errichten und auf den Amateurfunkfrequenzen zuverlässig Funkstrecken aufzubauen. Durch ihre hervorragende Kenntnis der exponierten Standorte im Landkreis können sie von dort mit ihrem Equipment bei Bedarf die Einsatzkräfte unterstützen. Am Freitag gegen 18 Uhr trat dann der Katastrophenfall ein! Da die Einsatzgebiete in topografisch schwieriger Lage waren (Vils- und Lauterachtal), hatten wir zum sowieso bestehenden BOS-Funk der Hilfsorganisationen parallel in Schmidmühlen, in Hohenburg und in Ursensollen jeweils auf einem exponierten Standort Crossband-Relais 2m/70cm aufgebaut. Die Umsetzer wurden durch uns spontan vom Auto aus betrieben, mit Portabel-Antennen und teilweise mit Aggregatversorgung. Bereits nach etwa 30 Minuten stand unser Funknetz und wir deckten mit den Crossband-Relais ein Dreieck von etwa 60 Quadratkilometern mit Analog-Amateurfunk ab. Um QRM zu vermeiden, waren die Frequenzen zuvor nicht publik gemacht worden und waren zugleich CTCSS-gesichert. Nach einigen Justierarbeiten war dann über diese Crossband-Umsetzer Amateurfunkverkehr mit unseren Handgeräten problemlos möglich, d. h. jemand mit einem Handgerät in Schmidmühlen (im Vilstal) konnte mit jemand in Hohenburg (im Lauterachtal) und auch in Ursensollen mit den dortigen Handgeräten im Umfeld kommunizieren. Teilweise wurde an den Einsatzorten übrigens der Strom abgeschaltet und auch unsere Leute saßen dort im Dunkeln... Die plötzliche Anfrage in der Leitstelle, ob nicht das weiter entfernte Ebermannsdorf mit eingebunden werden könnte, weil die dortige Bevölkerung abgeschnitten wäre, konnte positiv beantwortet werden. Andy-DD1AO hatte zusammen mit DO1PWE an der Leitstelle in Schmidmühlen zur Sicherheit ein zusätzliches Crossband-Relais an Bord und fuhr los: 20 Minuten später war auch Ebermannsdorf durch uns angebunden, das zuvor ja nicht im Afu-Dreieck Schmidmühlen-Hohenburg-Ursensollen geplant gewesen war - Problem also gelöst! Damit betrieben wir jetzt also 4 Relaisstationen und das abzudeckende Gebiet hatte sich somit auf etwa 140 Quadratkilometer vergrößert. Dann der Super-Gau: Gegen 21 Uhr fielen alle BOS-Kommunikationssysteme aus und der gesamte Notfunkverkehr lief ab da für etwa eineinhalb Stunden fiktiv über das Amateurfunknetz. Man vertraute in der Tat auf uns Funkamateure…! Und weiter gings: „Fahrzeugverlegung von Diebis nach Ebermannsdorf, 100 Liter Treibstoff für Hohenburg, zusätzliche Motorsägen für umgestürzte Bäume in Ensdorf, in Thanheim schwimmt ein Öltank auf, 50 Windeln für Kleinkinder in die Notunterkunft Hohenburg, das Fahrzeug 46/1 steht wieder zur Verfügung, 40/3 nach Ensdorf, Baum auf einem Wohnhaus in Ebermannsdorf, in Wolfsbach wird ein Panzerfahrzeug benötigt, der Kirchturm in Adertshausen ist einsturzgefährdet und muss gesichert werden, Übernachtungsmöglichkeiten für 1000 Personen in der Leopoldkaserne sind erforderlich, Aggregatausfall in Schmidmühlen, Rieden fordert ein zusätzliches Fahrzeug an“, usw. usw. usw. Wir konnten alles übertragen und jede dieser Meldungen ging anschließend per Formular in die Schulaula zur Leitstelle! Fazit: Auch wenn diese Katastrophe nur simuliert wurde, das war eine völlig neue Erfahrung für uns und obwohl mehr als genug Amateurfunkabkürzungen in unserem Vokabular sind – die vielen Abkürzungen der Einsatzkräfte waren wiederum für uns oft ein Rätsel… Wir hatten die Chance, unser Amateurfunk-KnowHow voll auszuschöpfen und zu beweisen! Im Vorfeld war völlig unbekannt, ob Amateurfunk überhaupt und wie er eingebunden werden würde. Anfangs waren wir einfach nur so dabei - unser Funknetz war aufgebaut und funktionierte - wir hätten aber nie gedacht, dass die Verantwortlichen ein solches Vertrauen in uns setzen würden, irgendwann den gesamten Funkverkehr zu übernehmen. Das lag evtl. aber auch daran, dass wir jedem Offiziellen, der bei uns auch nur in die Nähe kam (…) unser Amateurfunknetz anhand der Kartenübersicht von DJ5RE erklärten bzw. fast „aufdrängten“. Kaum einer von denen kannte das vorher, sie waren alle recht interessiert und auch begeistert, wie schnell und wie qualitativ unsere Funkverbindungen standen. Die Offiziellen bekamen Einblick in unser errichtetes Funknetz und die meisten von ihnen einen ersten Eindruck vom Amateurfunk. Der Mann vom LKA als übergeordnete Dienststelle Bayern ließ uns seine Visitenkarte da und bat um unsere Planungsunterlagen – was will man mehr! Wir sind ziemlich sicher, einen guten Eindruck hinterlassen zu haben und dass wir den Amateurfunk positiv darstellen konnten Ausdrücklich bedankt sich OVV Manfed-DL5RCJ bei allen Beteiligten für ihre Bereitschaft! Dabei gewesen sind DC1RBK, DC6RJ, DC6RN, DD1AO, DF5RJ, DJ3TF, DJ5RE, DL1FLO, DL2RDT, DL4MDI, DL8RCD, DL9RMH, DO1RJ, DO8GM und DO9KV. DL6WZ und DO1PWE waren aus dem Distrikt Franken mit von der Partie. 73, Wolfgang- DJ3TF Öffentlichkeitsreferat U01
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